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Seit der Gründung von »amici musicae« sind die Passionen Johann Sebastian Bachs eine wichtige Säule im Repertoire des Leipziger Ensembles. Die Inhalte der Passionen – auch bei einer konzertanten Aufführung – so plastisch zu gestalten, dass der Zuhörer kaum die Chance hat, sich dem Geschehen zu entziehen, ist mir ein wichtiges Anliegen.

 

Dabei entstanden über viele Jahre Bilder, die geholfen haben, die Bach’schen Passionen aus den Noten herauszuholen und lebendig zu machen. 2019 wuchs die Idee, genau diese Bilder einmal auf einer Bühne Realität werden zu lassen. Das Besondere an dem Entstehungsprozess ist, dass die Szenen aus dem Ensemble selbst entwickelt wurden. Dabei bleiben diese erstaunlich schlicht, kommen mit wenig Mitteln aus und lassen Text und Musik im Zentrum der Aufführungen stehen.

 

Leider wurde die Produktion durch die erste Corona-Welle jäh unterbrochen. Mitten aus der Probenarbeit gerissen, war es zunächst unvorstellbar, weiter an dieser Inszenierung zu arbeiten. War doch in diesem Moment alles „nur“ im Kopf verankert, wenig fixiert und festgehalten worden. Angemalte „Spielsteine“ mussten nun dafür herhalten, die letzten fehlenden Szenen zu stellen und diese mit den bereits existierenden zu verbinden. Mit der Verlegung nach 2022 war zumindest etwas Zeit gewonnen und so konnte die Idee weiterreifen.

 

Auch im Corona-Jahr 2021 war noch nicht an große Passionsaufführungen zu denken. So entstand eine weitere Idee: während nur eine sehr kleine Besetzung konzertant die Johannes-Passion aufführen konnte, wurden die Choräle von den „amici musicae“ sowie von Partnerchören aus den USA und aus Japan online eingesungen und an die Wände des Leipziger Kunstkraftwerks projiziert. Diese beeindruckende Kulisse wird nun eine weitere wichtige Säule der »Johannes-Passion 2022« sein und lädt eine internationale Bach-Gemeinde dazu ein, Teil dieses großartigen Projekts zu sein.

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Ron-Dirk Entleutner